1. Schritte für Sunny :)

      1. Schritte für Sunny :)

      Hier können wir die ersten RPG Schritte mit deinem Charakter unternehmen.

      Ich schau zu, dass ich heute noch etwas geschrieben bekomme.
      Ja, meine Damen und Herren, wenn alle Stricke reißen, dann kann man sich nicht mal mehr aufhängen
      Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy

      "Eine versaute Fantasie ist ein unendliches Fest!"
      W. Shakespeare

      "Wir sind im Auftrag des Herren unterwegs."
      Blues Brothers
      Betreff: Aller Anfang ist schwer

      ----------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Ein Text der nicht zum RPG gehört? Nein, das habe ich verstanden und schreibe nun doch recht sinnloses Zeug um diese Bereich zu füllen. Ich hatte mich ja mit meinem Testobjekt für den ersten Versuch ein RPG in dieser Form zu schreiben abgesprochen, also ist er hoffentlich auf meine seltsame Art von Humor vorbereitet und nimmt mir nicht allzu übel, dass es recht sinnlos ist was ich hier in diesem ersten Abschnitt schreibe.

      ----------------------------------------------------------------------------------------------------------

      < RPG>Ort: Sternenflotten - Akademie (Techniklabor)
      Zeit: MD 1.1700

      Wie war noch diese Sprichwort der Menschen? Alles hatte ein Ende nur die Wurst hatte zwei? Na ja, dann war das hier wohl die klassische Wurst, denn Annas Zeit auf der Akademie war ab Morgenfrüh ganz offiziell vorüber und sie würde auf irgendein Schiff versetzt werden. Der Versetzungsbefehl lag schon auf ihrem Schreibtisch und das seit einiger Zeit, was für die junge Frau nun aber kein zwingender Grund dafür war sich näher damit zu befassen.
      Es war der letzte Tag und doch war Anna mehr oder weniger im Stress, denn immerhin hatte sie vor wenigen Minuten erst ihren aller letzten Vortrag über regenerierende Außenhüllen vor einem ausgewählten Publikum halten dürfen (müssen) und in ein paar Stunden sollte sie halbwegs ordentlich gekleidet auf der Abschlussfeier sein –Stress pur!
      Die Abschlussfeier und der Versetzungsbefehl hatten wohl doch einiges gemeinsam, sie symbolisierten einen neuen Lebensabschnitt und sicher hatte dieser mit vielen neuen Bekanntschaften zu tun. Die dunklen Augen lagen auf der Menge die sich langsam aber doch stetig von ihren Stühlen löste. Ein paar nette Worte für Anna und ihren Ausbilder fanden und dann schon fast schwarmartig durch die Türen verschwanden.

      Diese menschliche Sitte sich zum Abschied alles Gute zu wünschen und sich die Hände zu reichen gehörte in Annas Augen abgeschafft, denn sie kam nicht umher, immer mal wieder ihren Hand unauffällig an ihrer Hose abzustreifen. Die Gefühle die sie unabsichtlich bei diesen freundlichen Gesten auffing konnte sie so zwar nicht einfach abstreifen, aber da die andere Option die zur Auswahl stand recht laut wäre und sehr unfreundlich, blieb die kluge Betazoide doch mal bei der leicht neurotischen Zwangsstörung und wischte weiter nach jedem zweiten Händeschütteln über ihren Oberschenkel.

      Wenn dieser Teil des Tages überstanden war musste sie sich wirklich mit ihrer Versetzung befassen, aber noch konnte das alles warten denn ihren Wunschposten würde sie so oder so nicht bekommen. Ihr würden da aus dem Stegreif einige Posten einfallen auf die man sie nur zu gern hätte versetzen können, aber soweit sie das überprüft hatte, waren alle einsamen Außenposten auf denen es maximal zwei Wartungstechniker gab, mehr als gut besetzt. Der Schluss, das sie nicht der einzige Einzelgänger in der Sternenflott war, hatte sich zwar durch diese Erkenntnis verfestigt, aber leider hatte sie bis jetzt nicht in den Genuss kommen könne solch angenehme Zeitgenossen kenn zu lernen. Für einen Einzelgänger war es aber auch enorm schwierig neue Einzelgänger kennen zu lernen. Da biss sich die Ratte wohl selbst in den Schwanz…oder ins das Ohr? Irgendwohin biss diese Tier doch, das sagte die Menschen doch immer zu.

      Die letzten Zuhörer hatten sich nach einer gefühlten Ewigkeit verabschiedet und so Anna in dem riesigen Raum zurück gelassen. Leider noch immer nicht so allein wie sie es sich gewünscht hätte:“ Flower, wir teilen uns nun gut drei Jahre ein Zimmer… ich spüre deine Anwesenheit auf gute 20 Meter Entfernung, da musst du dich da oben auch nicht im Halbschatten rumdrücken.“
      Menschen hatten es immer gern wenn man ihnen nicht gerade den Rücken zudrehte wenn man mit ihnen sprach und ihre Zimmergenossin war ein ganz sensibles Pflänzchen wenn es um solche Dinge ging. Heute war wohl einer ihrer letzten gemeinsamen Tage, also konnte man ja auch mal nett sein, oder es wenigstens mal versuchen. Mit einem fast zu erahnen Lächeln drehte Anna sich ihrem Gegenüber zu, während sie locker mit einem kleinen hops ihren Hintern auf dem Tisch in der Mitte des Raumes platzierte.

      Stufe für Stufe bewegte die menschliche Mitbewohnerin sich auf den Tisch samt Benutzerin zu. Wenn man die Zeit hier an der Akademie Revue passieren ließ, dann war Flower wohl gar nicht so nervig wie Anne es nie müde geworden war, genau dies so extrem oft und laut zu betonen. Diese Kadettin die irgendwas mit Medizin machte, war ihre vierte Mitbewohnerin gewesen und die einzige die nicht nach Stunden das Weite gesucht hatte. Sie war zwar irgendwie seltsam, selbst für einen Menschen – in irgendeiner Glaubensgemeinschaft groß geworden, irgendwas von freier Liebe, sieben Geschwistern und wenig Regeln. An Flower war eine Betazoide verloren gegangen.

      Annas Stirn legte sich kurz in Falten, als sie darüber nachdachte was ihre Freundin für eine Ausbildung gemacht hatte.Diese jedoch stand bereits vor Anna und blickte sie prüfend an, „Ich habe zwar nach Oswald – Reifung abgeschaltet, aber es sah so als wäre dein Vortrag gut gelaufen.“

      Krankenschwester – zu diesem Schluss war Anna gekommen und richtig stolz auf sich, dass sie nach Jahren des Zusammenlebens doch so aufmerksam gewesen war und wusste auf welchem Gebiet ihre Freundin bei der Sternenflotte ausgebildet worden war. Wie einfühlend sie doch sein konnte überraschte Anna manchmal selbst.
      „Ich weiß nicht genau warum du da abschaltest, ich habe doch wirklich einfach erklärt, dass die Diffusion der Atome, aus der Legierung für die experimentelle Außenhülle noch immer leicht Fehlerbehaftet ist. Die Ursache liegt in der Ostwald-Reifung und diese ist eine von selbst ablaufender kolloidchemischer Reifeprozess disperser Materie. Wenn wir eine Lösung für dieses letzte Problem finden, dann ist die Gefahr um mindestens 40 % zu minimieren…“, Annas Blick haftete wieder fragend auf ihrem Gegenüber, „Dann macht es kein Booooom und du hast weniger Arbeit damit irgendwen zu verarzten.“ Die Ausladende Geste des Knalls welchen Anna mit ihren Armen noch mehr Nachdruck verlieh sorgte für ein Zucken ihres Gegenübers.
      Flower war aber leidgeprüft und nach drei Jahren bereits abgehärtet, zumindest etwas, “Sehr schön, dass findest du sicher auch noch heraus…also wie du den Ostwald los wirst“, mit diesen Worten zog sie Anna aber von dem Tisch herunter, „Jetzt habe ich aber nur noch gut eine Stunde dich für den Abschluss zu steilen. Ich mach dir die Haare und dann kannst du mir den tollen Zopf flechten… das wird so toll. Stell dir mal vor, das Schicksal ist auf unserer Seite und wir kommen auf dasselbe Schiff. Also, ich glaube ja an Karma und habe die letzten Wochen auch jeden Morgen diesen Wunsch an das Universum geschickt. Wir beide auf einem Schiff, dann können wir wieder ganz viel Zeit miteinander verbringen und ich kann dir so viel erzählen. Wenn man wo neu hinkommt, dann gibt es ja viel zu berichten… ist das nicht toll.“

      Annas Blick wurde leicht hilfesuchend, während sie in Richtung Tür bugsiert wurde, „Ja, das wäre… toll.“

      Wenn es diese Karma echt gab, dann war sie aber sowas von am A***
      < /RPG>

      [SUM]
      Ort: Sternenflotten Akademie
      MD 1.1700
      Der letzte Tag an der Akademie, Abschlussfeier und ehemalige Freunde.
      [SUM]


      < RPG>
      Ort: Sternenflotten - Akademie / Shuttlerampe
      Zeit: MD 2.0800

      Was hatte Anna über ihr Leben in der letzten Nacht gelernt? Ganz klar einiges!

      1. Man sollte nach einer Abschlussfeier nicht alle bunten menschlichen Getränke durch einander konsumieren – niemals!
      2. Man sollte seiner Freundin nicht glauben, dass man nach dem 5ten Cocktail viel lustiger ist. Die Anderen waren auch nicht lustiger!
      3. Und drittens und vielleicht am aller aller wichtigsten - es gab ein Karma und dieses Ding war ein ähnlich großer Verräter wie diese blöde Schwerkraft.

      Leicht verkatert hatte Anna sich an der Shuttlerampe eingefunden und gegen jede bessere Hoffnung hatte es ihre Freundin in dieselbe Richtung der Galaxis verschlagen.

      Während die gut ausgebildete und noch viel besser gelaunte Sanitäterin der Sternenflotte damit beschäftigt war, Anna mit irgendwelchen ach so niedlichen Katzenbilder zu foltern, fragte diese sich nur ob man ihr mildernde Umstände nach einem Mord an dieser zuckersüßen Quasseltasche einräumen würde.

      Den verbalen Ergüssen versuchte die junge Frau nicht einmal zu folgen, dafür hämmerte ihr Kopf viel zu sehr und man musste die Nerven für die Reise ja noch etwas schonen.Erst als irgendetwas immer wieder an ihrem Arm zupfte, blickte der mürrische Offizier zu der Krankenschwester, „Ich habe nicht mal versucht dir zu zuhören“, war die knappe und recht nüchtern klingende Antwort der Betazoid.
      Ein, „Ich weiß“, war die quirlige Antwort, „Bist du genauso aufgeregt wie ich?“
      Anna:“Nein!“
      Flower: „Sicher werden wir tolle Abenteuer in den Unendlichkeiten des Alls erleben!“
      Anna:“ Kann sein!“
      Flower:“ Du schiebst doch nur schlechte Laune weil du dein Ostwald Ding nicht lösen kannst.“

      Langsam wanderte die Augenbraue über dem rechten fast schwarzen Auge nach oben und die Miene der Frau verfinsterte sich weiter, “Willst du es riskieren, dass ich dich den Weg über mit seiner Theorie nerve? Ich kann dir das ganz genau und haarklein erörtern, alles von dem Kornwachstum in polykristallinen Festkörpern und seinen Legierungen bis hin zum Diffusionskoeffizienten der Matrix, seiner Löslichkeit der Grenzflächenenergie der Ausscheidungsteilchen.“

      Flower: „ Ahm…..ich glaub wir müssen los und man soll ja auch nicht so viel reden in einem Shuttle, stört ja den Piloten.“
      Anna: „ich glaub wir kommen langsam auf einen Nenner!“
      < /RPG>

      [SUM]
      Ort: Sternenflotten – Akademie
      MD 2.0800
      Abreise zum neuen Posten
      [SUM]

      ----------------------------------------------------------------------------------------------------------

      Sig:Die gute Sunny hat ihren Charakter „Lwaxana Anna Ivoin“ aus der Kompfortzone der Akademie in die unendlichen Weiten des Weltalls geführt.

      ========================================================================================================================================================
      Eins, mit Stern. Setzen.

      Man sieht, dass du schon geschrieben hast und dich mit Trek-Techbabbel auskennst. Lernen kannst du hier im Forum also nicht mehr wirklich was, aber für die eigene Sicherheit ist das sicherlich gut.

      Was die Formalia angeht:

      Der Text VOR dem <RPG> ist nicht notwendig, aber möglich. Da kann auch einfach ein Hallo stehen oder eben nichts. :)

      Zwischen Szene 1 und 2 brauchst du nicht für das SUM zu unterbrechen. Schreib einfach weiter und setz das gesammelte SUM ans Ende der Email.

      Ansonsten: Ich bin froh, dass du die Odyssey als Spielerin bereicherst! :D
      Ja, meine Damen und Herren, wenn alle Stricke reißen, dann kann man sich nicht mal mehr aufhängen
      Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy

      "Eine versaute Fantasie ist ein unendliches Fest!"
      W. Shakespeare

      "Wir sind im Auftrag des Herren unterwegs."
      Blues Brothers

      Sunny schrieb:

      Klingt ja so als wäre ich nicht ganz unbrauchbar :)
      Danke für die netten Worte. Ich finde es gut das wir es hier noch mal getestet haben, war ja noch Verbesserungspotential. Jetzt ist aber alles klar wegen der Vorlage.


      Ich hab deinen Charakter zumindest schon mal hier auf der HP. Die Bio kommt jetzt bald.

      :)

      sf-germany.org/einheiten/uss-odyssey/pages/personal.php

      Grüße
      Thilus

      Handschuhgeschenke

      Aloha :)
      Bio ist auch eingepflegt und ein Willkommen über die NRPG-Liste geht morgen auch raus. :)
      Ich geh jetzt heia machen. Bin beim Schreiben schon fast eingeschlafen.... ^^

      <RPG>

      Zeit: MD 2.1000
      Ort: Shuttle auf dem Weg zur USS Glorana

      <Quote>

      Langsam wanderte die Augenbraue über dem rechten fast schwarzen Auge nach oben und die Miene der Frau verfinsterte sich weiter, “Willst du es riskieren, dass ich dich den Weg über mit seiner Theorie nerve? Ich kann dir das ganz genau und haarklein erörtern, alles von dem Kornwachstum in polykristallinen Festkörpern und seinen Legierungen bis hin zum Diffusionskoeffizienten der Matrix, seiner Löslichkeit der Grenzflächenenergie der Ausscheidungsteilchen.“

      Flower: „ Ahm…..ich glaub wir müssen los und man soll ja auch nicht so viel reden in einem Shuttle, stört ja den Piloten.“
      Anna: „ich glaub wir kommen langsam auf einen Nenner!“

      </Quote>

      Der restliche Flug war, zu Annas Zufriedenheit, ruhiger verlaufen. Natürlich hatte es Flower nicht geschafft sich ein "Ah" und "Oh" zu verkneifen, als das Shuttle an den Ringen des Saturn vorbei geflogen war und die Touristenroute am Auge des Jupiters in Richtung der USS Glorana entlang geflogen war. Anna hatte sich statt fürs Sightseeing, dazu entschlossen das auf dem PADD gespeicherte Lesematerial durchzunehmen. Mehrere technische Handbücher der Odyssey füllten das Datenpadd der Betazoidin, von dem sie seit Beginn des Fluges kaum aufgesehen hatte. Ein leichtes Glitzern trat in ihren Augen hervor. Bald würde sie an dem neuesten Schmuckstück der Flotte Hand anlegen dürfen. Neunhundertachtundsechzig Meter lang, knapp hundertneunundreißig Meter hoch und vierhundertfünf Meter breit. Dreiunddreißig Decks und ein Modulsystem. Der verbaute Quantum Warpantrieb ließ Annas Fingerspitzen kribbeln. Vier Warpkerne und vier Computerkerne. Dazu eine mögliche Nachrüstung des noch experimentellen Slipstreams. Wäre sie nicht so introvertiert, sie hätte Flower vermutlich alle technischen Details runtergerattert, wie damals eine frisch verliebte Flower im dritten Semester, als ein andorianischer Senior-Kadett ihr schöne Augen gemacht hatte, jedwede Möglichkeit genutzt hatte, um Anna darüber zu informieren, welches unwichtige Detail sie am nächsten Tag entdeckt hatte. Doch sie hielt sich bewusst zurück. Wer weiß, was das für Ausbrüche in Flower hervorgerufen hätte. Etwas, dass die frischgebackene Ensign nicht riskieren wollte.

      Die Odyssey hatte allerdings auch Schattenscheiten. Eintausend Offiziere und eingeschriebene Crewmitglieder hielten sich an Bord der Odyssey auf. Natürlich hatte man an Bord genügend Platz, um sich aus dem Weg zu gehen, die Aussicht Tag für Tag mit diesen Wesen zusammenarbeiten und das Bordleben teilen zu müssen ließ sie gedankenverloren an der Unterlippe knabbern.

      "Ensigns!", schallte es aus dem Cockpit des Shuttles in den Rückraum. "Wir erreichen gleich den Treffpunkt mit der USS Glorana. Das Schiff wird sie beide aufnehmen. Halten Sie ihre Papiere bereit. Sie werden sich an Bord melden müssen. Sollten Sie von der USS Glorana zu einer anderen Einheit weitertransportiert werden, sollten Sie sich darauf vorbereiten zum Dienst eingeteilt zu werden. Erwarten Sie keinen Urlaub, eher Sonderschichten." Der letzte Satz des Lt. jg. Polak, welcher das Shuttle des Typ Acht durch das schwarze Nichts in Richtung der weißen Miranda-Klasse steuerte, hallte in Lwaxanas Kopf nach. Sonderschichten! Auf einer Miranda! DEM Oldie-Raumschiff der Flotte schlecht hin. Abgesehen vielleicht von der Constitution-Klasse, die sich aber nicht mehr in Betrieb befand. Das die Glorana überhaupt noch ihren Dienst tat war verwunderlich, hatte die Sternenflotte doch damit begonnen Raumschiffe auszumustern, die ein bei Nutzung des Warpantriebes subraumschädigendes Hüllendesign an den Tag legten und älter als einhundertzwanzig Jahre alt waren. Dennoch wurde die Glorana von der Flotte am Leben gehalten, statt sich auf den Schiffsfriedhof dem Weltraumrost hingeben zu lassen.

      "Da ist sie!", rief Flower aus. Die junge Krankenschwester hüpfte von ihrem Stuhl auf und lief auf die Frontscheiben des Shuttles zu. Wäre es ihr möglich gewesen hätte sie ihre Nase an die Scheiben gedrückt, wie ein Kind in der Einkaufspassage vor dem Süßwarenladen. Anna seufzte und schüttelte den Kopf. Mit einem Augenrollen wollte die Betazoidin antworten, dass eine Miranda-Klasse ja nichts großartiges bestaunendes wäre, doch was Flower als nächstes sagte, ließ Annas Herz aufhüpfen: "Unser neues Zuhause!"

      Bitte was? Hatte Sie gerade wirklich zuhause gesagt? Zuhause, wie in Daheim? Wohnung? Bleibe? Schutz vor dem schwarzen und kalten Universum? Hatten die Zwei vorhin wirklich nur an einander vorbeigeredet und Flower war als Krankenschwester auf die Glorana versetzt worden, statt auf die Odyssey mit ihren vielen Ecken und Kanten, die sich Anna bereits eingeprägt hatte, um sich vor Flower zu verstecken. Sie würde das Wissen sicherlich auch bei anderer Gelegenheit nützlich finden, schließlich waren genügend anderer Gefühlsträchtiger Lebewesen an Bord der Odyssey, allerdings hieß das auch, dass Flower keiner von ihnen sein würde. Ein leichtes Zittern vor Vorfreude keimte in Anna auf.

      "Zuhause? Zeig mir mal dein Versetzungspadd!", forderte Anna herrischer auf, als gewollt und las das ihr gereichte PADD gründlich. Dabei leckte sie sich überlegend mit der Zunge über die Lippen, nur um die Unterlippe dann mit den vorderen beiden Schneidezähnen einzuklemmen. Innerlich sprang die Betazoidin auf und sprang vor Freude im Kreis. Sie war sie los! Lange hatte es gedauert, aber endlich war sie sie los. Anna blickte Flower aus großen Augen heraus an und wollte einen Freudeschrei loslassen, als sie der Menschenfrau tief in die Augen blickte. Sie hasste ihre empathischen Fähigkeiten, die bei Hautkontakt aufkamen, aber diesen Blick konnte sie auch deuten ohne mit Flower in Körperkontakt zu treten.

      "Wurdest du nicht auf die Glorana versetzt?", fragte sie leise. "Nein. Ich wurde auf die USS Odyssey versetzt. Die Glorana soll mich nur an Bord weiterbringen." Flower seufzte und Anna empfand fast sowas wie Mitleid mit der Frau die mittlerweile vor ihr kniete. Anna wusste, dass Flower leicht neue Bekanntschaften knüpfen konnte, sie wusste aber auch, wie sehr Flower es hasste verlassen zu werden. Und das würde bei Ankunft der Glorana auf Starbase 234 und der damit verbundenen Versetzung Annas auf die USS Odyssey tiefe Narben im Hippiemädchen hinterlassen. Flowers Augen hatten sich langsam rötlich verfärbt und sich mit Wasser gefüllt. Mit einem kurzen, für niemanden im Shuttle hörbaren Schluchzer und Nasenschnieffer fing sich Flower wieder. "Ich wusste, dass es zu schön gewesen wäre", sie drückte sich eine Träne mit ihren Fingern aus der Nasenwurzel.

      Anna blieb erstmal ruhig und wusste nicht, was sie in dieser Situation zu sagen hatte. Natürlich haben an der Akademie und auch jetzt der Pilot, der die ganze Szenerie aus unmittelbarer Nähe mitbekommen hatten, dass Anna jetzt die richtigen Worte finden würde, um Flower zu beruhigen. Doch es kam nichts. Stattdessen erhob sich die zukünftige Krankenschwester der Glorana und zog ein kleines Paket, in buntem Geschenkpapier verpackt, aus seiner Tasche. Mit einem Lächeln und Tränen in den Augen reichte Flower Anna das kleine Geschenk.

      "Was ist das?" Anna nahm das Geschenk entgegen und wendete es ein paar Mal in ihren Händen.
      "Ein Geschenk."
      "Das sehe ich auch", antwortete sie gereizt und konnte sich gerade so noch beherrschen nicht das "dumme Kuh" hinterher zu schieben.
      "Na los, mach es auf", drängte Flower die Betazed, die das Geschenkpapier aus dunklen Augen heraus anstarrte. Mit einem Nicken riss Anna das Papier vom kleinen Paket. Zum Vorschein kam eine in schwarzem Samt gehaltene Schatulle. Annas rechte Augenbraue wanderte irritiert nach Oben, ehe sie den Deckel abnahm und ihr, passend zur Uniform, gelbschwarze Handschuhe entgegenstrahlten.
      Wortlos blickte Anna auf und probierte die Handschuhe an. "Ich hab mir gedacht, dass dich das beim vielen Händeschütteln in naher Zukunft vor vielen unerwünschten Gefühlen schützt."

      *hepp :) *

      </RPG>

      <SUM>

      Zeit: MD 2.1000
      Ort: Shuttle auf dem Weg zur USS Glorana

      Anna erhält von Flower ein Geschenk, nachdem die Krankenschwester erfuhr, dass die Glorana Anna nur an ihren entgültigen Bestimmungsort - die Odyssey - fliegen soll.

      </SUM>

      submitted by
      Portulaner
      Ja, meine Damen und Herren, wenn alle Stricke reißen, dann kann man sich nicht mal mehr aufhängen
      Johann Nepomuk Eduard Ambrosius Nestroy

      "Eine versaute Fantasie ist ein unendliches Fest!"
      W. Shakespeare

      "Wir sind im Auftrag des Herren unterwegs."
      Blues Brothers