Kriegsgeschehen an Bord der USS Artemis

Liebe Redaktion der Federation Prawda,

ich bin wieder im Einsatz, ein paar von Ihnen kennen mich noch aus der Berichterstattung von der USS Avalon, nun berichte ich Ihnen von der USS Artemis. Einigen Einschränkungen muss ich mich aufgrund der Geheimhaltung unterwerfen, da die Artemis dem Flottengeheimdienst zugeordnet wurde, aber natürlich berichte ich über die Dinge, die an Bord vorgehen, über außergewöhnliche Ereignisse und klar, über die Crew unter Captain Toussaint und einige der persönlichen Erlebnisse dieser.

Hier also ein Kriegsbericht für die Redaktion und etwas für die Meinungskolumne.

Herzlichst Ihr
Mart Fionn

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Tickermeldung – USS Artemis – Reporter an Bord: Mart Fionn
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Die USS Artemis traf auf ihrem ersten Flug bereits auf Klingonen, das Föderationsshuttle Paraná, was den neuen Chefarzt beförderte, wurde von einem Kreuzern Bird of Prey, zerstört, Doktor Tulur konnte allerdings zuvor an Bord der Artemis gebeamt werden.

Den Zielort der Artemis hat das Schiff bereits erreicht, jedoch kam es dort zu einem weiteren Aufeinandertreffen mit klingonischen Kreuzern Bird of Prey, unter anderem dem gleichen Schiff, dass die Paraná attackiert hatte. Das klingonische Schiff wurde im ersten Schusswechsel vernichtet. Enterkommandos der Klingonen konnten unter Verlusten abgewehrt werden und die Arrestzellen sind voller Kriegsgefangener.

Zwei weitere Vor’cha-Kreuzer Bird of Prey wurden kurz darauf bei einem Schusswechsel vernichtet, die Artemis musste allerdings auch einstecken, die Reparaturen vor Ort laufen.

 

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Tickermeldung – USS Artemis – Reporter an Bord: Mart Fionn
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Kolumne: Meine Meinung zu: Das Wesen des Krieges

Haben Sie schon einmal einem Klingonen Auge in Auge gegenüber gestanden, der nur davon beseelt ist, Sie umbringen zu wollen? Ich hatte dieses Erlebnis vor kurzer Zeit. Ich wollte nie töten, ich bin Journalist, ich berichte darüber, was andere tun. Ich bin kein Soldat, kein Krieger und wollte es nie sein. Natürlich begeben wir Reporter uns in Gefahr, aber so persönlich und direkt wird es selten. Dieser Klingone kannte mich nicht, aber als er mich ansah, konnte ich seinen Willen, mich umzubringen, an seinen Augen ablesen.

Dieses Erlebnis ließ mich mit vielen Fragen zurück. Warum es diesen Krieg überhaupt gibt. Wie fing er an, was war der Grund?

Warum konnten die Diplomaten nicht längst ein Ende der Kämpfe herbeiführen? Wohin führte das alles? Die Föderation war doch eigentlich immer darauf aus, friedlich zu forschen, zu entdecken, zu helfen. Aber war hier nicht auch eine Art des Imperialismus, des Kolonialismus, des Wachsens des föderierten Teiles des Weltraumes ein Prinzip?

Wie oft wurden bereits im Namen der Politik und des Egoismus Grundsätze, Direktiven der Föderation, Gesetze gebrochen im Laufe unserer Geschichte. Auch Freiheit und Leben wurden allzu oft durch die Verfolgung eigentlich hehrer Ideale und Ziele genommen.

Haben wir uns weiterentwickelt im Laufe der Zeit, oder sitzt in allen und jedem von uns, oder auch nur in Vielen, noch das animalische Raubtier, das um sein Revier kämpft und jeden Eindringlich vertreibt oder tötet?

Das Recht auf Selbstverteidigung ist natürlich jedem Wesen gegeben, aber das Recht auf den Kampf um Ressourcen oder von intelligenten Wesen mehr oder weniger willkürlich festgelegten Grenzen, die sich bei nächster Gelegenheit erneut verschieben?

Das Recht auf eigenen Glauben oder Ideale ist richtig, aber niemals darf es das Recht geben, andere zu unterdrücken im Namen von eben diesem Glauben oder Ideal.

Der Terraner Thomas Mann sagte einmal, Toleranz wird dann zu einem Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. Doch was ist böse und was ist gut? Für Klingonen gilt die persönliche Ehre als das höchste Gut und der Kampf ist der Sinn ihres Lebens, für die Terraner ist es die persönliche Freiheit (in den Grenzen, die eine Freiheitseinschränkung für andere Wesen bedeuten würde). Wer hat Recht? Welche Philosophie ist richtig und können solche unterschiedlichen Ansichten friedlich nebeneinander koexistieren? Jahrelang hat es, mal besser, mal schlechter, funktioniert, doch Konflikte gab es immer wieder zwischen verschiedenen Völkern und Rassen, manchmal aus einem puren Missverständnis heraus, durch kulturelle Eigenheiten verursacht.

Können wir diese Konflikte beenden und damit Leben retten? Leben unzähliger Wesen? Was kann jeder von uns dazu beitragen, um dauerhaft friedlich miteinander umzugehen?

Mit nachdenklichen Grüßen von der USS Artemis gesendet,

Ihr
Mart Fionn

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